FDP Otzberg lehnt Windkraftanlagen im Märkerwald ab – aus Rücksicht auf Mensch und Natur

Die FDP Otzberg steht zur Energiewende und erkennt an, dass Windkraft ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz sein kann. Unsere Ablehnung richtet sich daher nicht gegen Windkraft an sich, sondern ausdrücklich gegen den geplanten Standort im Märkerwald bei Otzberg. Windkraftanlagen müssen so platziert werden, dass sie keine Bevölkerungsgruppen erheblich benachteiligen. Im Märkerwald würden die Anlagen den Bürgerinnen und Bürgern von Hassenroth und Ober-Klingen direkt vor die Nase gestellt. Das halten wir für rücksichtslos und nicht ausgewogen. Gute Energiepolitik braucht Akzeptanz – und die entsteht nur, wenn Standorte fair und mit Augenmaß gewählt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz des Biosphärenreservats Odenwald. Dieses Gebiet ist ein wertvoller Rückzugsraum für Mensch und Tier. Es dient der Erholung, dem Naturschutz und dem Erhalt unserer Kulturlandschaft. Wir sind der Meinung, dass dieses Reservat nicht schrittweise vereinnahmt werden darf. Gerade in Zeiten zunehmender Belastungen brauchen wir solche geschützten Räume mehr denn je. Uns ist bewusst, dass die CO₂-Bilanz von Windkraftanlagen insgesamt positiv ist. Selbst unter Einbeziehung des Betonfundaments wird der eigene CO₂-Fußabdruck bei normaler Windhöffigkeit bereits nach drei bis fünf Monaten ausgeglichen. Das stellen wir nicht infrage. Das eigentliche Problem sehen wir an anderer Stelle: im dauerhaften Schaden für den Wald als Naherholungsgebiet und als Wasserspeicher. Der Bau großer Anlagen führt zu Bodenverdichtung und verändert die natürlichen Funktionen des Waldes erheblich. Wir können nicht auf der einen Seite Maßnahmen ergreifen, um Starkregenereignisse besser abzufangen, und auf der anderen Seite durch massive Eingriffe genau diese natürlichen Ausgleichsflächen schwächen oder zerstören. Die FDP Otzberg appelliert daher an die Vernunft aller Beteiligten: Klimaschutz, Naturschutz und die berechtigten Interessen der Menschen vor Ort müssen gemeinsam gedacht werden. Windkraft ja – aber nicht um jeden Preis und nicht an jedem Ort.